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Im Gedenken an den großen Bielefelder Soziologen Niklas Luhmann (1927-1998) wird der Bielefelder Wissenschaftspreis verliehen. Mit der Auszeichnung werden Wissenschaftler:innen gewürdigt, die insbesondere in den Gesellschafts-, Sozial- und Lebenswissenschaften ein außergewöhnliches Schaffen gezeigt haben.
Der Bielefelder Wissenschaftspreis geht 2026 an die Rechtswissenschaftlerin Katharina Pistor von der Columbia Law School in New York. Mehr zu ihr und ihrer Arbeit weiter unten.
Verliehen wird der mit 25.000 Euro dotierte Preis von der Stiftung der Sparkasse Bielefeld in enger Zusammenarbeit mit der Universität Bielefeld, der Stadt Bielefeld und der Wissenswerkstadt Bielefeld.
Der Besuch der Preisverleihung in der Wissenswerkstadt Bielefeld (Wilhelmstraße 3, 33602 Bielefeld) ist kostenlos. Eine Anmeldung ist notwendig.

Der Bielefelder Wissenschaftspreis geht für das Jahr 2026 an die deutsch-amerikanische Rechtswissenschaftlerin Katharina Pistor. Sie ist seit 2018 „Edwin P. Parker Professorin für Vergleichende Rechtswissenschaft“ an der Columbia Law School in New York, an der sie seit 2001 lehrt und forscht, und Co-Direktorin des Center for Political Economy der Columbia University.
„Katharina Pistor ist eine besonders scharfsinnige Rechtswissenschaftlerin, die die kapitalistische Wirtschaftsordnung kritisch unter die Lupe nimmt “, sagt Prof. Dr. Angelika Epple, Rektorin der Universität Bielefeld, zugleich Vorsitzende der Jury des Bielefelder Wissenschaftspreises.
Katharina Pistor hat mit ihren beiden Büchern „The Code of Capital“ (2019) und „The Law of Capitalism and How to Transform It“ (2025) eine viel beachtete und breit diskutierte Kapitalismuskritik vorgelegt. „Was auf Märkten, insbesondere Finanzmärkten, geschieht, ist für Außenstehende nur schwer zu verstehen“, sagt die Jury-Vorsitzende Angelika Epple.
„Katharina Pistor macht deutlich, welche Mechanismen auf Finanzmärkten wirken, die riesige Reichtümer entstehen lassen“, so die Uni-Rektorin. Pistors jüngstes Buch verbindet die Kritik zudem mit einem Vorschlag, wie die Auswüchse des Kapitalismus gebändigt werden können.

Die Preisverleihung findet am 11. Januar 2027 (18 Uhr) in der Wissenswerkstadt Bielefeld statt. Als Laudator ist Prof. Dr. Dr. Dr. h.c. mult. Klaus J. Hopt vorgesehen, u.a. langjähriger Direktor (1995-2008) des Max-Planck-Instituts für ausländisches und internationales Privatrecht in Hamburg.
Der Besuch der Preisverleihung ist kostenlos. Eine Anmeldung ist notwendig.

Der Name Niklas Luhmann (1927-1998) steht wie kein anderer für die Universität Bielefeld. Ab 1968 entwickelte er hier seine berühmte soziologische Systemtheorie. Am 1. Oktober 1968 wurde er zum ersten Professor der damals frisch gegründeten Universität Bielefeld ernannt.
Gleichzeitig gehörte Luhmann zu den Mitbegründern der renommierten Fakultät für Soziologie, einer der größten in Europa. Sein Renommee trug entscheidend zum internationalen Ruf der Universität Bielefeld bei und tut dies noch heute.
Der Bielefelder Wissenschaftspreis wird seit 2004 in Luhmanns Andenken vergeben und zählt bundesweit und international zu den renommierten Preisen für außergewöhnliche Leistungen in der Wissenschaft.
Bisherige Preisträger:innen des Bielefelder Wissenschaftspreises sind:
2004: Renate Mayntz (Soziologie) und Fritz W. Scharpf (Politikwissenschaften)
2006: Ronald Dworkin (Rechtsphilosophie)
2008: Quentin Skinner (Geschichts- und Politikwissenschaft)
2010: Hans Joas (Soziologie, Sozialphilosophie)
2012: Josef Perner (Psychologie)
2014: Lorraine Daston (Wissenschaftsgeschichte)
2016: Pierre Rosanvallon (Geschichts- und Politikwissenschaft)
2018: Barbara Stollberg-Rilinger (Geschichtswissenschaft)
2020: Bettina Schöne-Seifert (Medizinethik)
2022: Susan G. Pedersen (Geschichtswissenschaft)
2024: Robert B. Pippin (Philosophie)
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