Preisträger 2024: Professor Robert B. Pippin (Foto: University of Chicago)

Bielefelder Wissenschaftspreis

Im Gedenken an den großen Bielefelder Soziologen Niklas Luhmann (1927-1998) wird der Bielefelder Wissenschaftspreis verliehen. Mit der Auszeichnung werden Wissenschaftler:innen aus Deutschland wie auch dem Ausland gewürdigt, die insbesondere in den Gesellschafts-, Sozial- und Lebenswissenschaften ein außergewöhnliches Schaffen gezeigt haben.

Preisträger 2024: Professor Robert B. Pippin (USA)

Der Preisträger für das Jahr 2024 ist der US-Philosoph Professor Robert B. Pippin von der Universität von Chicago (USA). 

Verliehen wird der mit 25.000 Euro dotierte Preis von der Stiftung der Sparkasse Bielefeld in enger Zusammenarbeit mit der Universität Bielefeld, der Stadt Bielefeld und der Wissenswerkstadt Bielefeld.

Die Verleihung fand am 9. Dezember 2024 in der Wissenswerkstadt Bielefeld statt. Die Auszeichnung wird seit 2004 vergeben und zählt bundesweit und international zu den renommierten Preisen für außergewöhnliche Leistungen in der Wissenschaft. 

Preisträger 2024

Professor Robert B. Pippin (USA)

Der Bielefelder Wissenschaftspreis ging für das Jahr 2024 an den US-amerikanischen Philosophen Professor Robert B. Pippin, PhD, von der Universität von Chicago (USA).

Die Jury des Bielefelder Wissenschaftspreises erkennt in dem Werk des international sehr renommierten Wissenschaftlers "einen einzigartigen Beitrag zum politischen, moralischen und ästhetischen Selbstverständnis der Gesellschaft, in der wir leben".

Freiheit als Schicksal?

Robert B. Pippin gilt als herausragender amerikanischer Interpret des Deutschen Idealismus. In seinen Büchern hat er sich intensiv mit den beiden deutschen Philosophie-Ikonen Immanuel Kant (1724-1804) und Georg Wilhelm Friedrich Hegel (1770-1831) auseinandergesetzt.

Die Fragen, über die in der Philosophie um 1800 debattiert wurden, sind für Pippin brandaktuell und beschäftigen uns als Bewohner der modernen Gesellschaft fortwährend: Freiheit als Schicksal, Vernunft als normative Erwartung, auf Dauer gestellte Selbstkritik der modernen Kultur.

Philosophie, Literatur, Malerei, Kino...

Der 1948 geborene US-Amerikaner lehrt seit 1992 an der Universität von Chicago. Zu seinen aktuellsten Werken gehören die Bücher „Die Aktualität des Deutschen Idealismus“ (2016) und „Hegel’s Realm of Shadows“ (2019).

Er hat sich außerdem intensiv mit Literatur (Henry James, J.M. Coetzee), moderner Malerei (Manet, Degas) und populärer Filmkunst (Alfred Hitchcock) beschäftigt.

In Gedenken an Niklas Luhmann

Der Name Niklas Luhmann (1927-1998) steht wie kein anderer für die Universität Bielefeld. Ab 1968 entwickelte er hier seine berühmte soziologische Systemtheorie. Am 1. Oktober 1968 wurde er zum ersten Professor der damals frisch gegründeten Universität Bielefeld ernannt.

Gleichzeitig gehörte Luhmann zu den Mitbegründern der renommierten Fakultät für Soziologie, einer der größten in Europa. Sein Renommee trug entscheidend zum internationalen Ruf der Universität Bielefeld bei und tut dies noch heute.

2004 wurde der Bielefelder Wissenschaftspreis in seinem Andenken ins Leben gerufen. 

Über die Auszeichnung entscheidet eine Jury mit namhaften Persönlichkeiten.

Die Jury-Mitglieder sind:

  • Prof. Dr. Angelika Epple, Rektorin der Universität Bielefeld (Vorsitzende der Jury)
  • Professor Dr. Dres. h.c. Andreas Voßkuhle, ehemaliger Präsident des Bundesverfassungsgerichts (Alberts-Ludwig-Universität Freiburg)
  • Prof. Dr. Ulrike Davy (Universität Bielefeld)
  • Prof. Dr. Giovanni Galizia (Universität Konstanz)
  • Prof. emerita Bettina Heintz 
  • Jürgen Kaube (Herausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung).